Warum unterscheidet sich das Kreuzzeichen der Orthodoxen?

In der orthodoxen Kirche erfolgt das Kreuzzeichen mit drei vereinten Fingern der rechten Hand, die anderen zwei Finger werden frei gehalten: Die Hand berührt zuerst die Stirn (im Namen des Vaters), den Nabel (des Sohnes) und die linke Schulter (des Geistes). Auch im Westen hatte man die Gewohnheit, sich das Zeichen dem orthodoxen Ritus entsprechend zu machen. Dafür stehen zwei Zeugnisse zur Verfügung: das Erste ist ein Flachrelief der Kathedrale von Modena (12. Jahrhundert), das Zweite liefert Papst Innozenz II., der im De sacro altaris mysterio (lib. II, c. 45) sagt: " Signum crucis tibus digitis exprimendum est, ita ut a superiori descendat in inferius et a dextra transeat ad sinistram". In der katholischen Welt ging dieser Brauch langsam verloren, und anstelle der Geste der drei vereinten Finger trat die flache Hand, während sich gleichzeitig ohne besonderen Grund auch die Bewegung von links nach rechte umkehrte, worauf die Orthodoxen Ende des 13. Jahrhunderts hinwiesen. Diese fortschreitende Änderung scheint von den Gläubigen ausgegangen zu sein, um dann definitiv mit der Reform Pius V. (16. Jahrhundert) in der Liturgie seinen Platz gefunden zu haben. Der Papst hat als Letzter das traditionelle Kreuzzeichen aufgegeben (zumindest hinsichtlicht der Anordnung der Hand), das bis vor ein paar Jahrzehnten in der Päpstlichen Weihe Anwendung fand.







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