Martin Luther King

Martin Luther king

Martin Luther King, Weltikone des gewaltfreien Kampfes für die Menschenrechte der Farbigen und soziale Gleichheit der Minderheiten, lebte zu einer Zeit und an einem Ort, an dem es normal war, dass in Bussen, Bars, im Theater, sogar in den Kirchen, je nach Hautfarbe, getrennte Plätze existierten. “In der es Traum war, dass Jungen, Söhne der Weißen, vollkommen normal mit ihren farbigen Altersgenossen spielen”.
Die gewaltfreie Entscheidung unseres Autors, die dem Durst nach Gerechtigkeit eines gesamten Volkes gleich steht, ist tief in der persönlichen und sozialen Realität verwurzelt; Er befindet sich nicht im Innern einer sicheren und unbeteiligten Oase, sondern versinkt in einer Situation der Ungerechtigkeit von Kindesalter an, die auf Kosten der eigenen Haut und bewusst, trotz des Ursprungs der gesamten, alles in allem wohlhabenden Familie, miteinander geteilt wird. Bereits als er als junger Mann auf dem Markt Gemüse ablud, um die Situation der Bedürftigen aus der Nähe kennen zu lernen, bis zu dem Moment, in dem er Priester wird, und sein kurzes Leben (41 Jahre) dem gewaltfreien Protest der Farbigen Amerikas widmet.
Martin Luther King kommt in Atlanta, in der Hauptstadt Georgia, am 15. Januar auf die Welt. Der Vater, wie auch er eines Tages es sein wird, ist Baptistenpriester, seine Mutter ist Lehrerin. Bereits 1947 wird er zum Hilfspriester geweiht, und ein Jahr später zieht er nach Chester in Pennsylvania, wo er Theologie studiert. Bald lernt er Gandhi kennen, der einer seiner wichtigsten Anhaltspunkte wird.
1953 heiratet er Coretta Scott, die während des Kampfes und der Schwierigkeiten für ihn zur wertvollen Unterstützung wird, und zieht nach Montgomery, wo er mit nur 25 Jahren, die Leitung einer Kirchengemeinde übernimmt. Die berühmte Episode Rosa Parks, der Farbigen, die sich weigerte, ihren Platz im Autobus einem Weißen zu überlassen, gibt dem Engagement gewaltfreier Resistenz Kings den Anfang, der sich plötzlich in eine Bewegung verwickelt sieht, die von den lokalen Kirchen, aber auch von Massenmedien und der Welt der Jugend/Musik (Beat Generation) unterstützt wird.
Folge der Verhaftung der Frau ist ein großer Boykott der öffentlichen Mittel, welcher gut 382 Tage andauert, bis zur Freude und zur Überraschung die Rassentrennung in öffentlichen Transportmitteln in Alabama als verfassungswidrig erklärt wird. Gleichzeitig kommen die ersten Unruhen auf: seitens des Ku Klux Klan, einer rassistischen Organisation, deren Mitglieder vermummt Bestrafungszüge gegen schwarze Familien und deren weißen Freunde durchführten, und in der Politik.

1957 gründet er die „Southern Christian Leadership Conference" (Konferenz christlicher Führer des Südens), eine Bewegung, die sich für die Rechte von Minderheiten einsetzt und auf der gandhischen Gewaltlosigkeit basiert.
Während sich in Harlem ein weiterer charismatischer Verteidiger der Rechte der Schwarzen, Malcolm X, seinen Namen macht, der seine sozialen Forderungen auf vollkommen andere Weise stellt. Nachdem er sich nach Indien begeben hatte, um Gandhi aus der Nähe kennen zu lernen, organisiert der Baptistenpriester eine Serie Sit-ins (man besetzt einen Platz in Bars und Restaurants, bis man bedient wird) in Lokalen, die nur für Weiße bestimmt sind. Er wird wieder verhaftet, aber dieses Mal wird er von John Kennedy, Kandidat für die anstehenden Präsidentenwahlen, aus dem Gefängnis befreit, mit dem ihn seit dieser Zeit einige innige Freundschaft verbindet.
Weiterer Gegenstand der Proteste wird 1963 Birmingham, die Hochburg des Amerikanischen Rassismus. Aber die Polizei reagiert mit Unterdrückungen. Der Führer der Bewegung, von Neuem inhaftiert und isoliert, schreibt den berühmten offenen Brief aus dem Gefängnis von Birmingham 1, in dem er die gleichgültige Haltung der Kirche kritisiert. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis nimmt er seine Proteste wieder auf und wird von zahlreichen Studenten unterstützt. Auch wenn die Ordnungshüter mit Grausamkeit reagieren (die Fotografien, auf denen die Polizeihunde Männer und Frauen angreifen, sind bekannt), wird eine Einigung über das Ende der Rassentrennung in der Öffentlichkeit erreicht.

Auch die ersten Drohungen, Attentate und Verhaftungen erfolgen, aber Martin Luther King bleibt unbeugsam und organisiert sogar am 28. August 1963 einen beeindruckenden Freiheitsmarsch nach Washington, an dem 250.000 (davon 85.000 Weiße!) Personen teilnehmen, anlässlich dessen er die berühmte Rede „Ich habe einen Traum...“ hält. In der Zwischenzeit wird am 22.November 1963 in Dallas der Präsident Kennedy, der ein großer Anhänger seiner Lehren war, zum großen Bedauern Kings ermordet. Aber das folgende Jahr wird für King von großer Bedeutung: die „Civil Rights Bill”, welche die Abschaffung der zivilen Diskriminierung der Schwarzen und ihre schrittweise Teilnahme am politischen Leben bestimmt. Später erfolgt in Rom ein Treffen mit Papst Paul VI, und in Oslo erhält er der Nobelpreis für den Frieden.
1965 zieht er nach Selma, eine Stadt, die für ihren Rassismus bekannt ist, und organisiert einen weiteren Marsch auf den Justizpalast von Montgomery, der jedoch die Tötung eines jungen Italo-Amerikaners durch den Ku Klux Klan zur Folge hat. Nach einem Aufenthalt in Los Angeles, um Ordnung und Ruhe unter seinen Anhängern einkehren zu lassen, und einen Umzug nach Chicago, besucht Martin im Staat Tennesee James Meredith, den ersten farbigen Universitätsstudenten, der verletzt worden war; Hier war die Verbindung schwarzer, gewaltfreier Studenten, Black Power, entstanden, innerhalb derer sich extremistische Randgruppen gebildet hatten, zu denen er im Kantrast steht. Zu Beginn des Jahres 1967 erklärt er sich öffentlich gegen den Vietnamkrieg, und so entsteht ein direkter Konflikt mit dem weißen Haus. Im April 1968 begibt sich Luther King nach Memphis, um an einem Marsch zugunsten der streikenden Straßenkehrer der Stadt (weiße und schwarze) teilzunehmen. Hier wird er während einer Unterredung mit seinen Mitarbeitern auf der Veranda des Hotels durch Gewehrschüsse ermordet. Die Identität des Mörders ist bis heute nicht geklärt. Der Tod des Schwarzen Leaders der Gewaltlosigkeit hat überall Rebellion und große Ergriffenheit hervorgerufen. Wie er selbst gewünscht hatte, wurde er mit einer einfachen und armen Beerdigung beigesetzt, und sein Holzsarg wurde von zwei Mulis gezogen.



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