Der orthodoxe Kalender – Julianische Kalender

Papst Gregor XIII hat 1582 den alten julianischen Kalender (wie Julius Cäsar ihn eingeführt hatte) reformiert, da dieser einen kleinen Rechenfehler gegenüber des Sonnenjahres besaß und die Jahreszeiten nicht mehr einhielt. Mit dem neuen Kalender wurden 1582 vom 5. bis zum 14. Oktober gut 10 Tag ausgelassen, und die Jahre der Jahrhunderte, die nicht durch 400 teilbar waren, wurden nicht mehr als Schaltjahre gerechnet. Dieser neue Kalender, von dem wir noch heute Gebrauch machen, wurde nach jenem Papst benannt und nennt sich Gregorianischer Kalender. In einigen Ländern feiert die orthodoxe Kirche ihre Feste nach den Daten des Julianischen Kalenders, der um dreizehn Tage im Verhältnis zum Gregorianischen Kalender differiert, und aktuell im Rest der Welt und auch in den orthodoxen Ländern als ziviler Kalender Anwendung findet. Aus diesem Grund feiert man die Geburt des Herrn am 6. Januar. Auch Ostern liegt im Osten und im Westen unterschiedlich.
Das orthodoxe liturgische Jahr besteht aus abwechselnd Feier- und Fastentagen und ist dem Westlichen sehr ähnlich. Dennoch beginnt es am 1. September und nicht am ersten Adventssonntag. Es umfasst zwölf große Feietage, die auch im westlichen Kalender respektiert werden und aus dem Leben Jesu und der Jungfrau Maria entstammen, und Ostern, welches das wichtigste Fest ist. Als „winterliches Fasten“ bezeichnet man den langen Zeitraum des Fastens vor dem Weihnachtsfest, während das vorösterliche Fasten das „große Fasten“ genannt wird. Es gibt noch weitere Fastenzeiten, wie das Fasten vor Mariä Himmelfahrt, vom 1. bis zum 14. August.
Die zwölf bedeutendsten Feiertage:

  1. Die Geburt Marias, der Gottesmutter (8. September)
    Geburt der Jungfrau Maria aus Joachim und Anna

  2. Die Kreuzerhöhung (14. September)
    Die Wiederauffindung des Kreuzes Jesu

  3. Mariä Tempelgang (21. November)
    Erster Besuch der dreijährigen Maria im Tempel

  4. Geburt unseres Herrn und Retter Jesus Christus (25. Dezember)
    Die Geburt Jesus, oder Weihnachten

  5. Theophanie (6. Januar)
    Heilig Dreikönig (Besuch Hl. Drei Könige), die Taufe Jesu (das Weihen des Wassers), die Hochzeit zu Kana

  6. Darstellung des Herrn im Tempel (2. Februar)
    im Westen die Darstellung Christi im Tempel durch Maria und Josef (und auch die „Reinigung Marias“ oder Lichtmess)

  7. Mariä Verkündung (25. März)

    Die Verkündung des Erzengels Gabriel an Maria
  8. Einzug in Jerusalem (Sonntag vor Ostern)
    Im Westen als Palmsonntag bekannt

  9. Christi Himmelfahrt (40 Tage nach Ostern)
    Die Rückkehr Jesu in den Himmel

  10. Pfingsten (50 Tage nach Ostern)
    Entsendung des Heiligen Geistes

  11. Verklärung des Herrn (6. August)
    die Verklärung Jesu vor Petrus, Jakobus und Johannes

  12. Entschlafung der Gottesgebärerin (15. August
    Im Westen "Mariä Aufnahme in den Himmel" genannt

Einige orthodoxe Kirchen gebrauchen einen gemischten Kalender: die Feiertage, die auf bewegliche Daten zurück greifen, folgen dem Julianischen Kalender (wie das orthodoxe Ostern, welches immer nach dem jüdischen Pascha gefeiert wird, während Feiertage mit festen Tagen (wie Weihnachten) nach dem Gregorianischen Kalender gefeiert. Der Julianische Kalender wird vor allem von der Serbischen, Bulgarischen, Russischen, Gregorianischen und der Jerusalemer Kirche respektiert wird.



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