Katholizismus

Für die katholische Glaubenslehre ist Jesus Christus der Gründer einer sichtbaren Gemeinschaft, der Kirche. Das Kirchenoberhaupt ist Petrus, auf dessen Nachfolger, die Päpste, die Vorrechte und das Primat, das auf Anweisung Jesu Christi entstand, übergehen:


Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinschaft bauen, die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben, alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.“(Mt. 16, 18- 19).

Die unfehlbare Kirche. Das, was die katholische Kirche als „Unfehlbarkeit” betrachtet, wird vom Ersten Vatikanischen Konzil im Jahr 1870 anerkannt. Die Kirche ist Verwahrer und Ausführer der ermittelten Wahrheit, die in der Hl. Schrift, also im Alten und Neuen Testament, zum Ausdruck kommt, sie ist, der katholischen Doktrin entsprechend, auch in der Tradition beinhaltet, wird als Amtsgewalt, der Bibel gleichgestellt, betrachtet, der Definition des Konzils von Trient entsprechend, das sich dem Protestantismus entgegenstellte, der dessen Amtsgewalt geleugnet hatte.

Die bedeutendsten Dogmen des Katholizismus sind: Das Geheimnis der Dreifaltigkeit, der Tod, und die Wiederauferstehung Jesu Christi, Gottes Sohn, die Fleischwerdung, die Erbsünde Adams, die auf all seine Nachfolger übergeht und die Erlösung durch Christus, der zur Rettung der Menschheit Mensch wurde. Die Rettung durch die Menschwerdung erhält der Menschen durch die Sakramente über ein äußeres und materielles Symbol, das die übernatürliche Gnade überträgt.

Sieben sind die von Jesus Christus gegründeten Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Bußsakrament, Krankensalbung, Sakrament der Weihe, Ehe

Sie stimmen mit den unterschiedlichen Phasen des übernatürlichen Lebens überein. Sie werden von der Kirche ausgeführt und bringen das wahre Gesicht der religiösen Gemeinschaft als göttliche Matrize zum Ausdruck, die zur Rettung ihrer Mitglieder befohlen wurde. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen ist sie wirklich der agnostische Körper Christi, dessen „Nachwirkung“ in Zeit und Raum.

All das wird ganz und gar durch das eucharistischen Opfer ausgedrückt, durch die Wiederholung des letzten Abendmahls, an dem Jesus seinen eigenen Opfertod voraussieht und das seit dem 5. Jahrhundert Messe genannt wird. Seinen Worten entsprechend, die von den Priestern während der „Hl. Messe” gesprochen werden, werden, der katholischen Glaubenslehre zufolge, Brot und Wein zu Körper und Blut Jesu Christi. (die Transsubstantiation).

Die oft mühsame und schwierige Anstrengung der katholischen Kirche, wirklich so zu sein, also universell im eigentlichen Sinne, schien sich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu akzentuieren und seinen Höhepunkt zu erreichen: Dieser schloss in einem gewissen Sinne die Ära der Abspaltungen, die den Katholizismus geographisch begrenzten ( Abspaltung des Orients im 11. Jahrhundert, Protestantismus im 16. Jahrhundert), und des Kampfes mit den anderen christlichen Glauben ab, indem es im erneuerten Rahmen das für jeden Christen quälende Problem der Einheit der Kirche wieder aufwarf, den ersten erforderlichen Schritt in die Richtung der Erfüllung des Gelöbnisses Jesu Christi, dass es nicht mehr als „eine Herde und einen einzigen Hirten gebe”.



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